Skip to main content
< Defibrillator als Spende übergeben
27.11.2018

„Gemeinsame Erinnerungen sind manchmal die besten Friedensstifter“


 

Am 18. November, dem Volkstrauertag, fand in der Marienkirche ein ökumenischer Gottesdienst, gefolgt von einem Festakt zum Gedenken der Millionen Opfer des ersten Weltkrieges, statt. Das MSG war mit unseren SchülerInnen, Herrn Flohn, Frau Dr. Ehrmantraut, Herrn Eckendorf und Herrn Weisemburger vertreten.

Der ökumenische Gottesdienst startete um 10:30 Uhr und war sowohl von Deutschen als auch von Franzosen besucht. Danach fand ein  Mittagessen im Pfarrheim an der Marienkirche statt, mit Gelegenheit zum  Austausch und Gesprächen.

Im Anschluss folgte der Festakt zum Gedenken der Opfer des 1. Weltkrieges, bei dem Oberbürgermeister Thomas Hirsch, Bürgermeister Claude Sturni (aus unserer Partnerstadt Hagenau) und Bürgermeister Louis Christ (aus unserer Partnerstadt Ribeauvillé) sehr ergreifende Reden hielten. Herr Sturni zitierte Albert Schweitzer: „Wie viele Nächte habe ich mit Überlegen und Schreiben verbracht, erschüttert bei den Gedanken an diejenigen, die zur gleichen Zeit in ihren Schützengräben lagen!... Der wesentliche Grund der Menschenwerdung ist die ethische Verbesserung des Einzelnen und der Gesellschaft... Für die Generation, die an den Fortschritt glaubte, der von allein bzw. durch das Wissen und die Macht automatisch entsteht, ist die jetzige Lage der schreckliche Beweis, dass sie sich geirrt hat. Aber welcher Art ist diese Weltanschauung, bei der der allgemeine Fortschrittswille und der moralische Fortschritt aufeinandertreffen und gleichzeitig verbunden sind? Sie besteht in einer ethischen Bejahung der Welt und des Lebens“ ( Ma vie, ma pensée, Kap.13)

Die Veranstaltung wurde musikalisch von einem Chor, einer Geigerin, zwei Trompetern und einem Organisten untermalt und von diesem schließlich auch durch die Europahymne - „An die Freude“ von Ludwig van Beethoven – beendet.

Abschließend gingen alle zusammen in einem langen Zug über die abgesperrten Kreuzungen zum Französischen Friedhof, welcher mittlerweile internationale Kriegs-Gräberstätte ist, um weiße Rosen und Kränze auf das Denkmal von 1919 zu legen. Die Rosen wurden von Schülern des MSG  verteilt und die Zeremonie von den Klängen des Liedes, „Ich hatt´einen Kameraden“, vorgetragen durch einen Schüler des ESG, begleitet. Die Marianne-Statue war Teil des Kriegerdenkmals von  1919, sie wurde im Jahr 1942 von der NSDAP entfernt und kehrt nun an ihren ursprünglichen Standtort zurück.

Sowohl die deutsch-französische Beziehung als auch der europäische Gedanke ist unserer Schule sehr wichtig, deshalb freuen wir uns sehr, dass wir bei einem so bedeutsamen und wichtigen Festakt teilhaben und ihn mitgestalten konnten.                                                         

Lennard Tworeck, MSS 12