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19.06.2018

Klassenfahrt Eifel der Klasse 7c im Juni 2018


 

„Wir fahren mit dem Zug!“ Spart Geld, ist ökologisch, immer wieder neue Nachbarn und überhaupt, Bahnfahren macht man ja kaum noch. Das größte Abenteuer unserer Klassenfahrt wurde eben diese Bahnfahrt. Sie führt uns als Draufgabe durchs komplette Saarland mit Saarschleife, Völklinger Hütte und Rieslingsteillagen. Wir haben für Kyllburg das Survival-Paket von „Sack und Pack“ gebucht: Hüttenbau, Feuer entzünden ohne neumodischen Kram, gruppen-dynamische Spiele und Floßbau an der Kyll. Danach wassern wir die Flöße und lassen uns treiben. Aber Bahnfahren ist viiiiel aufregender. Züge, die einfach nicht fahren, andere Züge fahren irgendwie, irgendwo, irgendwann. Keiner hat Ahnung und Informationen für die Reisenden werden völlig überbewertet. Die Bahnmitarbeiter, die wir treffen, sind entweder „Nicht aus dieser Gegend“, natürlich kennt man sich dann nicht aus, oder sie „kommen aus dem Urlaub“, und ja – Urlaube lassen einen wirklich alles vergessen, auch, dass man bei der Bahn arbeitet. Spontane Selbsthilfegruppen der einheimischen Bahnreisenden helfen: „Ja, der Bus versucht, jeden zweiten Zug zu kriegen!“ Und der Versuch ist sehr gut spürbar. Der Laune tut das keinen Abbruch.

Vor der Fahrt gibt es ein Tunnelunglück mit entgleistem Zug in Kyllburg. Nach der Fahrt wird Kyllburg von Starkregen heimgesucht, Hangrutsch inklusive. Dazwischen finden wir statt. Unsere Unterkunft liegt auf dem Stiftsberg im Stiftshaus, eine nette Klause nur für unsere Klasse. Sportplatz, Wiesen, Grillplatz, Gemeinschaftsraum gefallen. Und jedes Zimmer hat sein angeschlossenes Bad, eine Sorge der Reisenden ist gebannt – die Gemeinschaftssanitäreinrichtung auf dem Flur ganz hinten links. Morgens weckt uns die Riesenglocke der Siftskirche um 7. Dann gibt es gutes Essen von fleischig über vegetarisch bis vegan. Abends gibt es warm. Und manchmal sind auch 12 Schokopuddinge für zwei Mädchen kein Problem. Lunchpakete versorgen uns tagsüber mit Energie, denn wir sind draußen. Es ist warm, schwülwarm (Schüler: „Meine Butter ist geschmolzen!“ Lehrer: „Du hättest das Brötchen auch aufschneiden und bestreichen müssen. Die Butter in der Hosentasche bringt es nicht!“). Unser Hüttenbau führt zu respektablen Verschlägen, das Feuer ist kein Thema und ein Floß wird zur Meisterprüfung. Alle schwimmen auf dem Amazonas der Eifel, der Kyll. Das Tal der Kyll und Kyllburg, das sich selbst als kleinste Stadt (ca.900 Einwohner) von Rheinland-Pfalz bewirbt, begrüßen uns mit satten Wiesen, mit Sonne satt und der Blauen Prachtjungfer – einer schönen Libellenart – in großer Zahl. Der „Freie“ Tag wird für eine Wanderung genutzt. Die Kilometerzahl steigt im Vorfeld ins Unermessliche, so dass die 30 Kilometer schnell Vision sind. Als Karte gibt es nur eine Leerkarte ohne Wanderwege, die Schüler wechseln sich im Finden des nächsten Orientierungspunkts ab und bringen uns zur Klosteridylle von St. Thomas. Dann biegen wir auf den lauschigen Naturlehrpfad ab, der schnell zum Dschungelpfad mutiert. Wir versinken im Schlamm und machen mit strahlenden Gesichtern Heldenfotos der Schlamm-Boots. Am Ende sind es 16 Kilometer und es hat gar nicht wehgetan.

Trier, das Zweite Rom, zeigt uns seine römischen Überreste: Porta Nigra, Teile des Doms, Palast Konstantins, Kaisertherme. Dann gibt es ein Ausschwärmen: Einige kämpfen im Amphitheater, andere in den Shopping-Tempeln. Abends platzt das Grillen in einem knackigen Platzregen. Die Geflügel-Würste nebst Salaten haben es noch in den Magen geschafft, bevor Grillkohle und Mensch kapitulieren. Angereichert mit neuen Erfahrungen rollen wir am nächsten Morgen vom Stiftsberg in den Ort, vorbei an den Sehenswürdigkeiten: Stiftskirche; Bergfried; Döner-Bude mit Eistruhe; Hotel, in dem schon Kaiser Wilhelm abstieg; Mariensäule - über dem Ort thronend (Die Kyllburger haben sich vor über 100 Jahren gegen ein Bismarck-Denkmal und für Maria entschieden) - zum Bahnhof, der keiner mehr ist. In 6einhalb Stunden kämpfen wir uns über Bitburg, Trier, das Saarland zurück nach Landau. Fahren wir beim nächsten Mal mit dem Bus? Nein, viel zu langweilig!